David Thomas and Two Pale Boys

Surf's Up!

Glitterhouse

Allein der Titel ließ Befürchtungen aufsteigen, dass es sich David Thomas zu leicht macht. Nach »Mirror Man« (Beefheart) nun mit »Surf?s Up« (Wilson) sein zweiter nicht gerade versteckter Hinweis auf gewichtige musikalische und emotionale Einflüsse. Das könnte als Schizophrenie interpretiert werden, die schon Pere Ubu in ihrem waghalsigen Pendeln zwischen »Art« und »Pop« an den Tag legten. Die Musik, die Thomas mit den Two Pale Boys spielt ist ungleich geschlossener und »Surf?s Up!« steht ihrem Debüt »Erewhon« um nichts nach. Der von Brian Wilson und Van Dyke Parks stammende Titelsong wird passenderweise an die ausgedehnte Smile-Ursprungsversion angelehnt. Brian Wilsons himmlisches Falsett kann dank dem gewohnt quengeligen Organ des Herrn Thomas freilich nicht erklingen; eine vokale Glanzleistung ist seine Version auf andere Art dennoch. Die driftenden Soundlandschaften aus Gitarre, Trompete und Melodeon dehnen sich auf der gesamten Platte noch freifließender aus als beim Vorgänger; eine angenehm dösige Halbschlaf-Athmospäre macht sich breit. Thomas haucht dazu Texte und Stories, die sich um bekannte Obsessionen (bei Nacht, auf spirituellen Plätzen) drehen. Bekannte Schauplätze einer spannend bleibenden Musik. Zugreifen und gute Nacht!