»Eon of Obscenity« ist nach »Extirpated Mortal Process« der zweite Longplayer der texanischen Death-Metal-Band Stabbing. Mit der Veröffentlichung auf Century Media Records macht die Gruppe damit einen deutlichen Schritt Richtung größerer Reichweite und liefert dabei ein Album ab, das in allen Belangen überzeugt. Stabbing sind dem Sub-Sub-Genre des Brutal Death Metal zuzurechnen, genauer gesagt jener Spielart, die deutliche Slam-Elemente verwendet, ohne dabei reiner Slam Death Metal zu sein. Dabei erfinden sie das Rad nicht neu, verbinden bekannte Elemente aber auf höchst unterhaltsame und ansprechende Art zu einer Glanzleistung des Genres. Als musikalische Anhaltspunkte seien hier zum Beispiel Defeated Sanity, Deeds of Flesh, Pyrexia, Suffocation (bei denen Sängerin Bridget Lynch auch schon live aushelfen durfte) sowie natürlich die texanischen Kollegen von Devourment genannt. Die vorab veröffentlichte Single-Auskopplung »Inhuman Torture Chamber« ließ bereits vermuten, dass Stabbing sich auf den Lorbeeren, die sie für ihr Debüt erhielten, nicht ausruhen würden. Wie auf dem gesamten Album treffen hier Blast Beats, schnelle, komplexe Gitarrenriffs, groovige Slam-Teile sowie Taktart- und Tempowechsel in schneller Abfolge aufeinander und erzeugen eine chaotisch-bedrohliche Atmosphäre. Marvin Ruiz (Gitarre), Aron Hetsko (Schlagzeug) und Matt Day (Bass) sind allesamt hervorragende Instrumentalisten, die der Musik einen so präzisen wie brutalen Anstrich verleihen, Sängerin Bridget Lynch bringt neben tiefen, gutturalen Growls auch immer wieder einen höheren Schrei zum Einsatz, der irgendwo zwischen einer Motorsäge, den genre-typischen Pig Squeals und einem gänzlich Alien-artigen Sound zu platzieren ist. Neben ihrer Musikkarriere auch als Grafikerin und Tattoo Artist tätig, zeichnet Lynch für das Bandlogo und Layout im Booklet des Albums verantwortlich, das Cover Artwork stammt wiederum von Rudi Yanto. Ein Gastauftritt des aktuellen Suffocation-Sängers Ricky Myers auf dem Track »Nauseating Composition« unterstreicht die Verbindung zu diesen Vorreitern des Genres. Passenderweise wartet der Song auch mit einem der mächtigsten Slam-Riffs des Albums auf. Alles in allem kann man »Eon of Obscenity« Fans von Brutal Death Metal bedenkenlos ans Herz legen, für mich persönlich ist das Album eines der Highlights des ersten Quartals 2026.
Stabbing
»Eon of Obscenity«
Century Media Records
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