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Seit den 60er Jahren können Frauen marokkoweit Musikunterricht nehmen, was aber nicht heißt, dass sich die traditionelle Gesellschaft geöffnet hätte. Frauen wollen Unterhaltung und lassen dann in Privathäusern für sich spielen. Dass bereits seit 1940 an der Musikschule von Tétouan Frauengesang gelehrt wird, hat dank engagierter Menschen begünstigt, dass sich die Einzigartigkeit der Frauenorchester herausbilden konnte. Am Fuß des Rifgebirges ist der andalusische Einfluss hörbar – dann singt das ganze Ensemble, während bei Liedern aus Nordmarokko zwischen Solosängerin und Chor und auch die Instrumente einander antworten. Violinen seufzen, Lauten galoppieren, die Perkussion hält die Metren und darüber tönt der liebliche Schmelz der Liebesschmerz artikulierenden Frauenstimmen. Stärker dringt ein geistiger Musikimport auf den ersten Alben des großen US-Countrybluesfans Ali Farka Toure durch. Eine von Sonodisc Paris in den 80ern veröffentlichte rote Platte (Toures Alben erschienen in einer Reihe sich ähnelnder Covers) des Mali-Bluesers bewirkte via BBC den Welterfolg und nun holt World Circuit diese verlorenen Alben aus den Archiven. Akustische Gitarre und spärliche Begleitung mit Calabash und Hintergrundstimme oder Ngoni (viersaitige Gitarre) belegen, dass aus kargem Umfeld Kraftvolles, das sehr laidback rüberkommt, geschöpft werden kann.

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