Rumpistol

Rumpistol

Rump Recordings

Doppelte Premiere! Jens Berents Christiansen hat ein Label gegründet. Dieses heißt Rump Recordings. Und darauf hat er ein Album veröffentlicht. Das heißt »Rumpistol«. Was auf Englisch mit Spacegun zu übersetzen wäre. Der dazugehörige Künstler heißt Rumpistol. Und ist Jan Berents Christiansen. Jetzt könnte das Album also Low-Fi-Homerecording sein oder Elektronik. Gewonnen hat, wer auf Zweiteres gesetzt hat. Bei »Rumpistol« handelt es sich um die europaweite Wiederveröffentlichung von Christiansens erstem, in Dänemark gepriesenem Full-Length-Album. »Rumpistol« agiert eindrücklich an der Schnittstelle zwischen reduzierten Sounds, vergleichbar etwa mit dem letzten »Antenne«-Album, organischen Einsprengseln, die zwischendurch auch mal Stimme sein können, Downbeat (im, wenn das noch geht, positiven Sinne) und experimentellem Knöpfchendrehen. Am Ende steht elektronische Melancholie, Melancholie wie in Melodie, denn dieser hat sich Christiansen bei aller Neigung zum Ausschöpfen seiner Gerätschaft auf das Nachdrücklichste verschrieben. Die durchwegs über der Fünf-Minuten-Grenze liegenden Songs liefern ein paar der schönsten Momente elektronischer Musik des heurigen Jahres. Immer genau das richtige Maß zwischen Repetition und Überraschung treffend. Jetzt sollte bloß noch jemand auf die Idee kommen, den Isländer Ampop in Europa zu verlegen!