In informierten Fachkreisen ist der neuseeländische Gitarrist Roy Montgomery bekannt für überwiegend instrumentale Musik, die durch ihren repetitiv-meditativen Charakter besticht und deren – vordergründig betrachtet – neblige Monotonie über die Dauer ihres Waberns bewusstseinserweiternde Qualitäten entfalten kann. Man meint, Melodien im Krach wahrzunehmen, die vielleicht gar nicht da sind oder aus Dimensionen stammen, die einem üblicherweise verschlossen bleiben. Diesem akustischen Illusionismus widmet sich Montgomery, seit er 1995 »Scenes From The South Island« veröffentlicht hat. Seit über dreißig Jahren lullt er sich und sein Publikum auf diese Weise mit wohltuenden Klängen ein und auf seinem neuen Album, »Guitars Infernal«, ist das nicht anders. Das ist sehr speziell bzw. wer Bescheid weiß, dem muss an dieser Stelle nichts weiter erklärt werden. Wer aber ein wenig orientiert werden möchte, wie man sich diese Musik vorzustellen hat: Man verrühre Manuel Göttschings Echo-lastige Gitarrenfiguren mit warmen Akkorden von David Roback (Mazzy Star) und gebe eine Prise bröckeligen Noise-Rock à la The Dead C hinzu – voilà! So ungefähr, würde ich sagen. Ob diese Rezeptur exakt so in Montgomerys Studioküche hängt, ich weiß es nicht. Sicher lässt sich ein ähnliches Ergebnis auch mit anderen Zutaten erzielen. Entscheidend ist, dass hier mit Gitarren über offenem Feuer gekocht wird, und das heiß servierte Menü mundet ganz vorzüglich. Bevor ich aber, der übermäßigen kulinarischen Metaphern wegen, allen den Appetit auf die Musik verderbe, die mit der neuseeländischen Küche bisher nicht vertraut sind: Probieren Sie mal!
Roy Montgomery
»Guitars Infernal«
Discreet Music
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