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The Tribe ist ein 1971 von Posaunist Phil Ranelin und Saxofonist Wendell Harrison gegründeter Verbund von Band, Label und Magazin, der sich ähnlich wie die Association for the Advancement of Creative Musicians in Chicago für Detroits schwarze musikalische und politische Selbstbestimmung einsetzte. Musikalisch verknüpften sie dabei freien und spirituellen Jazz mit Soul, Funk und Post-Bop. Ihre Arbeitgeber war damals Motown Records, ihre Helden hießen John Coltrane, Archie Shepp und Ornette Coleman. Eine spannende Mischung also. Nicht erst Seit Mitte der 1990er Jahre, als das englische Soul-Jazz-Label The Tribe wieder aus der Versenkung geholt hatte, war vielen Musikern und Hörern die Bedeutung des Projektes bewusst. Auch der Detroiter Techno-Produzent Carl Craig sieht die Band als »Fackelträger« für seine Ideen und veröffentlichte schon 2003 sein »Detroit Experiment« mit Detroiter Jazzmusikern wie Geri Allen und The Tribes Marcus Belgrave. Für »Rebirth« hat Craig jetzt die Originalmitglieder Ranelin, Harrison, Belgrave und Doug Hammond in seinem Studio mit Gastmusikern wie Keyboarder Amp Fiddler, Trommler und HipHop-Produzent Karriem Riggins und Mahavishnu Orchestra-Bassist Ralphe Armstrong zusammengebracht. Craig verzichtet hier auf jegliche Kreuzung mit seinen eigenen digitalen Klängen und beschränkt sich auf eine respektvolle Produzenten- und Mixer-Funktion. Das »neue« und rebellische Element fehlt der Tribe-Musik heutzutage zwar, »Rebirth« ist aber auf jeden Fall eine groovende und klasse gespielte Jazz-Platte voll Soul, Funk und Spirit.

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Text
Andreas Bruening

Veröffentlichung
04.05.2010

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