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Skeletons

»People«

Crammed Discs/Indigo/PIAS

Skeletons sind Teil der in den vergangenen Jahren so prosperierenden Brooklyn-Szene und haben seit ihrer Gründung 2002 schon sieben Alben rausgeschossen, die durch ihre atemlose stilistische Vielfalt (Artrock, Free Jazz, Afrofunk, Orchesterfolk) auf sich aufmerksam machten. Das musikalisch gediegen ausgebildete Trio um Matt Mehlan, den künstlerischen Schädel des Skeletts, strickt auf »People« komplexe Kompositionen, die beim ersten Durchlauf schon etwas anstrengend daher kommen können. Dafür beschenkt einen diese Platte bei jedem weiteren Hören mit Sounds, Details und Strukturen, die es bis dahin noch nicht ins Bewusstsein geschafft haben. Dabei ist die hohe, Robert Wyatt-ähnliche Stimme immer stark präsent, während sich im »Hintergrund« allerlei Wunderliches inklusive Electronics abspielt. Dabei sind Gitarren (elektrisch wie akustisch, oft gezupft) stets präsent, ohne auch nur im Geringsten rockistisch zu sein. Wegen der unpackbaren Vielfalt an Sound-Einflüssen ist es nicht einfach, für diesen Stil eine griffige Bezeichnung zu finden, von gängigen Song-Strukturen kann wegen der stark repetitiven Teile meistens auch keine Rede sein. Durch die Texte huschen seltsame Figuren wie etwa ein Zeitarbeiter, der während eines Walmart-Black-Friday zu Tode getrampelt wurde, ein junges Opfer der Gang-Kriege, oder die ehemalige Vorsitzende des World Trade Center Survivors Network, die sich ihre persönliche ?berlebensgeschichte einfach aus den Fingern gesaugt hat. Sogar ein »Barack Obama Blues« ist vertreten. Als Co-Mixer fungierte Rusty Santos, der auch schon bei Animal Collective/Panda Bear oder Owen Pallett seine Finger im Spiel hatte. In jedem Fall sind die Skeletons eine (lohnende) Herausforderung, ein banaleres Einsatzgebiet für manche Stücke auf »People« könnte auch das Hinausspielen unliebsamer Gäste mit zu viel Freizeit aus den eigenen vier Wänden sein.

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