One Eleven Heavy

»Everything’s Better«

Kith & Kin Records

One Eleven Heavy ist ein neues Projekt von Nick Mitchell Maiato (Desmadrados Soldados De Ventura, Chalaque), James Toth (Wooden Wand), Hans Chew (Hiss Golden Messenger, Jack Rose Band etc.), Dan Brown (Royal Trux) und Ryan Jewell (Psychedelic Horseshit), der mittlerweile aufgrund anderer Verpflichtungen durch Adam Kriney (High Time) ersetzt wurde. Obwohl man aufgrund der Beteiligten auch einen viel noisigeren Ansatz erwarten könnte, liefert die Truppe die zeitgenössische Version einer Musik, die nach Gram Parsons (Flying Burrito Brothers, The Byrds) als Cosmic American Music bezeichnet werden kann. Damit ist eine Form der Rock-Musik gemeint, die von einer Faszination mit Folk und Country geprägt ist, aber auch Elemente von Psychedelic, teilweise Jazz und klassischer indischer Musik beinhaltet. Einige wegweisende Alben in diesem Genre wären zum Beispiel »Workingman’s Dead« und »American Beauty« von Grateful Dead, »Sweetheart of the Rodeo« von The Byrds (mit Gram Parsons), »Gypsy Cowboy« und »Panama Red« von New Riders of the Purple Sage, »Dixie Chicken« und »Sail Away« von Little Feat und natürlich Parsons Soloalben »Return Of The Grevious Angel« und »GP«. Das Projekt entstand aus einer gemeinsamen Vorliebe Nick Mitchells und James Toths für eben diese Musik und das daraus entstandene Album »Everything’s Better« fügt sich nahtlos in die Reihe dieser herausragenden Veröffentlichungen ein.

Mitchell Maiato und Toth sind zwei hervorragende Songwriter und Gitarristen, die hier ihrer Liebe für diese Art von Musik freien Lauf lassen: Die Rhythmussektion von Dan Brown und Ryan Jewell groovt locker, wie es für diese Musik essentiell ist, und Hans Chews Keyboards ergänzen das Ganze perfekt. Die Aufnahme unter der Leitung von John Morand schafft es wunderbar, einen organischen Live-Sound einzufangen und die absolut ansteckende Freude der Musiker beim Einspielen des Albums zu vermitteln. Zusammen mit einigen anderen 2018 erschienenen Alben wie auch Garcia People’s »Cosmic Cash« oder Dire Wolves’ »Paradisiacal Rites« scheint hier eine gewisse widerständige Lebensfreude, die auf die Grundelemente von Rock’n’Roll als gegenkultureller Kraft zurückgreift, eine neue, meiner Meinung nach sehr begrüßenswerte Reaktion auf die politischen Gegebenheiten der Welt zu sein. Dabei ist hier kein eskapistischer Zwangsoptimismus gemeint, die Lyrics behandeln durchaus auch dunklere Themen, vielmehr geht es um eine unzynische Freude an der Musik, die absolut belebend wirkt. Die Albumtracks sind einigermaßen kompakt gehalten, beinhalten aber meist auch Raum für Jams, die sich live wohl erst richtig entfalten werden. Auf ihre Europatour 2019 darf man also gespannt sein. Bis dahin sei allen Freund*innen guter, jamlastiger Gitarrenmusik »Everything’s Better« wärmstens ans Herz gelegt.

In diesem Interview (auf Englisch) mit Dan Brown und Nick Mitchell Maiato lassen wir die beiden Musiker ausführlich über die Entstehungsgeschichte des Albums, die Zukunftspläne für ihre Band und die heilende Kraft des Rock’n’Rolls sprechen.