tUnE-yArDs

»Nikki Nack«

4AD

Prognosen sind bekanntlich schwer, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen, doch an dieser Stelle möchte ich doch einmal eine wagen: »Nikki Nack« wird einschlagen. Mit etwas Glück blickt man in zehn, fünfzehn Jahren auf die 2010er zurück, und wird von dieser als einer prägenden Platte sprechen. »Nikki Nack« ist das dritte Album der Klangkünstlerin Merrill Garbus aka tUnE-yArDs aus Oakland, die darauf ihre Liebe zu haitianischem Tanz und karibischer Rhythmik auslebt. Rechnet man Garbus‘ Popsozialisierung dazu, landet man irgendwo zwischen World Music, HipHop, Indie Pop und Electronica und liegt trotzdem völlig daneben. Schon mit ihren ersten beiden Platten »BiRd-BrAiNs« von 2009 und vor allem »w h o k i l l« von 2011 machte sich Garbus nicht zuletzt bei der Kritik einen Namen, was für das unglaublich reich instrumentierte »Nikki Nack« in noch intensivierter Form gelten dürfte. Hüftbetont und dennoch verschachtelt, direkt und dennoch collagenartig, so präsentieren sich die Songs der 35-jährigen, die als tUnE-yArDs mit abwechselnden Musikern zusammenarbeitet. Konstantes Mitglied ist neben Garbus nur Bassist Nate Brenner, der auf »Nikki Nack« zuweilen recht funky unterwegs ist. Wie die beiden es immer wieder schaffen, trotz der extremen Komplexität und Vielschichtigkeit der Songs so eingängige Musik zu kreieren, das ist schon ein kleines Wunder.