Quasi

»Mole City«

Domino

Quasi machen nun schon 20 Jahre und acht Alben lang höchst unterhaltsame Musik, leider immer noch unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit. Zwar findet eigentlich jeder, der die Band kennt, diese auch gut, aber Quasis Mischung aus Noise, Indie, tongue-in-cheek Rock und bis zur Parodie hochgejubeltem Eklektizismus ist dann doch zu krude, als dass sie einen veritablen Hit abwerfen würde. Zumindest in den letzten 20 Jahren. An kleinen Geniestreichen in Songform mangelt es dem Duo aus Portland allerdings nicht, das gilt auch für das neunte Studioalbum »Mole City«. Experimente in hypnotisch-kakophonischem Noise Rock (»Headshrinker«) oder countryeskes Chicken Pickin‘ (»One And Done«) haben auf der quietschbunten Platte genauso Platz wie Altbekanntes aus der Quasi-Ideenwerkstatt (wilde, rückkopplungsunterfütterte Gitarrensoli, Noise-Attacken, Dekonstruktion von Versatzstücken). Durch das gesamte Album ziehen sich Song-Skizzen, oft nur eine halbe Minute lang, welche der juvenilen Sprunghaftigkeit von Quasi Ausdruck verleihen. Absoluten Seltenheitswert hat die Ûbernahme der Lead Vocals durch Schlagzeugerin Janet Lee Weiss im Song »R.I.P. «, der zu den besten des Albums gezählt werden kann. Sehr gut ist außerdem »Geraldine«, das vom Synthesizer-Oszillator bis zu wabernden Delay-Vocals alle Ingredienzen für einen kleinen Spacetrip beinhaltet. »New Western Way« schließlich durchlief die klassische Songwriting-Schule eines George Harrison, kratzt aber auch an der Ûberhitztheit der dark side of the 70ies. Sein Ende findet freilich auch dieser Song: im Noise!