Mokroïé

»Machines & Soul«

Mokroïé/Inouïe Distribution

Mensch fragt sich: Eigentlich ein geiler Sound, warum spielen Mokroïé nicht in größeren Arenen weltweit? »We Can Make It Fit« heißt der verheißungsvoll-tolle Auftakt des Albums »Machines & Soul«. Dunkel schwärende Elektronik trägt eine sehr männliche Stimme, die nur auf diesem Track sehr nahe an Iggy Pops Vocals herankommt. Allonymous nennt sich der Sänger und Textdichter. Unweigerlich fühlt sich der Rezensent an Wipeout erinnert, da melodiöse Synths den Boden für schwelgerische, beinahe cinematografische Sounds bereiten, die sich allerdings gerade wegen ihrer Darkness in die Gehirnwindungen fräsen. Besonders erhebend geraten die beiden Instrumentaltracks »Disoriented« und »Mineral Landscape«, doch politisch ist Mokroïé, das Synthpop-Projekt um den in Paris lebenden Francesco Virgilio, allemal. Etwa in »Guns Bless America« und in »Put Your Hands In The Dirt«. Die erste Fassung mit Allonymous klingt, als ob ein Stil namens Electroclash aus der Versenkung geholt wird, doch erstrahlt »Put Your Hands In The Dirt« im finalen »Soft Minimal Vocal Mix« in souligem Glanz. Dank Sängerin Margeaux Lampley, ansonsten mit The 100 Voices of Gospel unterwegs, und Allonymousʼ Backgroundvocals, dröhnender Orgel sowie dark grundierter Bassline dockt der Song in dieser Version sehr bei heutiger afroamerikanischer Musik an. Triphop der gospeligen Art, wo scheinbar Chain-Gang-Rufe durchdringen. Der Sound wird futuristischer und eine Refrainzeile bringt auf den Punkt, was in der globalisierten Welt der Konzerne nötiger denn je ist: »Gotta fight for the human right«.