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Loren Connors & David Grubbs

»Somewhere in the Wind«

Room 40

Schlechtwetter-Ambient. Loren Connors und David Grubbs beschwören mit ihren elektrischen Gitarren eine dichte Atmosphäre herauf, die sowohl bedrohlich als auch anziehend wirkt. Der eine füllt mit seinem Instrument den Raum mit scheinbar undurchdringlichem Nebel, durch den der andere mit tastenden Noten seinen Weg zu finden versucht. Bereits die abstrakte Coverabbildung sowie der stürmische Albumtitel legen solche Assoziationen nahe und die Aufnahmen entsprechen dieser wild-romantischen und mysteriös anmutenden Ästhetik, die auch als Soundtrack zu Bildern etwa von William Turner dienen könnte. Wer sich Bilder wie »The Evening of the Deluge« oder »Valley of Aosta: Snowstorm, Avalanche and Thunderstorm« vergegenwärtigt, kann eine Ahnung davon bekommen, wie die improvisierten Gitarrendialoge von Connors & Grubbs klingen. Es kommt nicht von ungefähr, dass die narrative Rahmung der Veröffentlichung sich solcher eindrücklichen Motive bedient, denn experimentelle Musik hat »an sich« nicht selten damit zu kämpfen, bloß als monochromes Rauschen wahrgenommen zu werden, wohingegen Bilder, in denen es auch »rauscht«, es leichter zu haben scheinen. »Fear of Music: Why People Get Rothko But Don’t Get Stockhausen« – der englische Journalist David Stubbs hat sich an einem Buch über solche Fragen versucht, ich habe es aber nicht gelesen. Sicher lässt sich sagen, dass es auch eine Frage der Übung und Gewöhnung ist, mit den Ohren ebenso empfänglich für abstrakte akustische Eindrücke zu sein wie mit den Augen für optische bzw. lässt sich das eine am anderen entwickeln, zum Beispiel unter Verwendung von »Somewhere in the Wind«. Und wer weiß, welche synästhetischen Effekte sich währenddessen einstellen!

Home / Rezensionen

Text
Holger Adam

Veröffentlichung
24.08.2026

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