Hey-O-Hansen

l?éléphant cruel - Vinyledition

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Der Charme verspielter Homerecording-Songs kombiniert mit avancierter Produktiontechnik, stilistisch geprägt vom alten Ska, mitunter getragen von Frankophilie. Schön ist die Geschichte von der Erleuchtung durch Eigenbrötlerei: Ein junger Mann zieht in die alpine Wüste, quartiert sich dort aber bei Oma ein, lässt das Fasten bleiben und nimmt kleine Popsongs auf. Später zieht Helmut Erler nach Berlin und gründet mit Michael Wolf das Electro-Dub-Song-Duo Hey-O-Hansen. Was bleibt, ist die in der Einsiedelei entwickelte Eigenständigkeit im musikalischen Ausdruck; ich möchte es ganz anachronistisch Poesie nennen und die is halt auch gefährlich. Manchmal betörend spleenig, manchmal widerwärtig smart. Hey-O-Hansen hält mich jedenfalls warm. Die Vinyl-Ausgabe von »l’éléphant cruel« bietet auf Seite A sechs etwas gestraffte Songs von der CD. Auf Seite B ist ein durchgehender Remix des ganzen Albums, u.a. gedacht für DJ’s die kurz austreten müssen. Von den Songs bleiben nur ein paar Stückchen, verarbeitet zu einem Soundtrack, bei dem man – und das ist aufgelegt- auch den grausamen Elefanten trampeln und tröten hört. Zahlt sich aus. Und die reine Instrumentalversion von »go away« ist viel schöner.