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Bei uns unbekannt, in der Schweiz eine Art Chansonlegende: der 1972 verstorbene Mani Matter, dessen blo&szlig zwölfjährige Schaffensphase durch einen Autounfall jäh beendet wurde. Matter war ein fast schon penibler Dialektkünstler, der Lied und Text als symbiotische Verbindung betrachtete und oft genug seine Songs aus der Wortmelodie entstehen lie&szlig. »Unnachahmlich« lautete darum oft genug das Verdikt, das über diese Hinterlassenschaft wachte. Diese Songs in einen vierstimmigen Acappella Gesang umzuwandeln, ist darum nicht nur eine enorme Herausforderung sondern ein unbedingter Liebesdienst, oder, in den Worten des renommierten Schweizer Kammerton-Quartetts, ein »Luxus«. Ein Luxus allerdings, für den man sich über Jahre hinweg immer wieder mal Zeit genommen hat. Und das hat sich ausgezahlt. Die Arrangements der Songs sind einfallsreich, versprühen oft genug einen ebenso humoristischen wie rustikalen Charme – und bestechen zugleich durch ihre ebenso sorgfältige wie kunstfertige Umsetzung. Dass diese Hochzeit zwischen dem Volkstümlich-Populären und dem Klassi(zisti)schen so gar nicht akademisch bzw. blo&szlig kunsthandwerklich klingt, hat letztlich wohl auch mit dem »Luxus« einer wahren Leidenschaft zu tun. Dieses Liedgut wird von seinen Interpreten wirklich geliebt – und entsprechend behandelt. Wer mit diesem eigentümlichen Grenzland zwischen Volksmusik, Chanson und Klassik etwas anfangen kann, findet hier einen heiligen Gral – und in den vier SängerInnen des Kammerton-Quartett würdige Gralshüter.

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