Various Artists

Korsika Kollektion

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Da entfleucht doch glatt ein »Selbstverständlich!« als Kommentar – zur Orientierung sei vorangestellt: Mit der aus dem Mittelmeer ragenden Insel hat vorliegende Ansammlung meist scheppernder Liedentwürfe variabler Länge und unterschiedlicher Lautstärke rein gar nichts zu tun; schon mehr mit Deutschland, den Niederlanden und Russland. Aus diesen Ecken stammen die 19 Interpreten der 24 Stücke des ersten auf dem Kölner hundertzwei*-Label erschienenen Tonträgers. Köln Korsika Kollektion – die Konsonantenliebe geht weiter in der Covergestaltung; ein behütetes Kinntierchen macht seine Aufwartung. Ein auf perlweißes Scheinwerfergrinsen reduzierter Kopf dreht sich um 180°, bekommt fußähnliche Auswüchse und an Hauptes statt Augen ins vormalige Kinn versetzt. Der Schopf wedelt artig. Etikette 1A.
Musikalisch ist die Kollektion eine Palette an kostengünstig aufgenommenen Lo-Fi- & Elektronikvermischungen, versetzt mit Punkein- bzw. nachschüben seitens The Nazis From Mars. Die Niederländer brettern im Plattenanhang elektronisch versetzt »scheißmirnix« drauf los, »Digital Surfari« von El Boscho & The General Son etwa ist beste Untermalungsmusik einer kurzgehaltenen Gegenüberstellung und d Dazu regt El Boscho den Appetit auf »Gorgonzola Cheese«. Mikrofisch sprühen Charme mit einer Coverversion von Throw That Beat In The Garbage Can’s »Little Red Go-Kart«. Dass im Kanaltunnel Schlaglöcher nachzubessern sind, beweist Oleg Kostrow. Er klemmt sich hinters Steuer von Tschitti-Tschitti-Bäng-Bäng und holpert die »Rally London-Paris«. Saft sägt am Westernschlager »Wanderin‘ star« und lädt mit »Hosenjagd« zu einer 80 Sekunden lang dauernden Tanzdarbietung. Um beim Stabreim zu bleiben: Korsika Kollektion – kollosal komisch kunterbunte Klänge.