Kevin Morby

»This Is a Photograph«

Dead Oceans

Kevin Morby fuhr wegen einer Erkrankung seines Vaters für einige Zeit nach Memphis, Tennessee und verbrachte dort seine Zeit damit, musikalischen Geistern nachzueifern, in Erinnerungen und Fotos zu schwelgen und Musik dazu zu schreiben. Möchte man diese LP einem Genre zuordnen, so zählt es am ehesten zum Sammelbegriff Americana, was auch zu den Themen des Albums passt. Instrumentiert wird mit einer klassischen Folk-Garnitur, Gitarren aller Art, Drums, Klavier, Organs, Banjo, Streichern, Mundharmonika und zwischendurch clever eingesetzten Field Recordings. Stimmlich kriegt man, was man von Kevin Morby erwartet, auch findet sich wieder der Signature-Morby-Schrei, unter anderem im Song »Five Easy Pieces«. Grundsätzlich sind die Titel gut aufeinander abgestimmt, als einziges tanzt das Stück »Bittersweet, TN« aus der Reihe, der einfach zu dünn beginnt und zu langsam zulegt. Einer der beiden besten Songs ist gleich der namengebende Opener »This Is a Photograph« der das Fotothema des Albums vorstellt und durch den Spannungsaufbau zum Ende hin viel Schwung mitbringt. Der andere besonders gelungene Song ist der Closer »Goodbye To Good Times« der in seiner Art und seinem Umfang ein wenig an das wohl bekannteste Lied von Morby erinnert, »Beautiful Strangers«. Diese Nummer fasst nochmal das ganze Album sowohl inhaltlich als auch musikalisch wunderbar zusammen. Kevin Morby gelingt mit »This Is a Photograph« ein sehr fein umgesetztes Konzeptalbum, das sich mit den Themen Vergänglichkeit, Tod, Bedeutsamkeit und den kleinen Momenten des Lebens befasst. Auch mit dieser LP schafft es Morby, sich als einer der Besten der Folk-Zunft zu präsentieren und sich als Musiker, und wohl auch als Mensch, weiterzuentwickeln.