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Kæry Ann

»Moonstone«

Subsound Records

Dark Folk goes Doomgaze. Die italienische Songwriterin Kæry Ann hat soeben ihr zweites Album veröffentlicht. Drei Jahre nach ihrem Debüt »Songs of Grace and Ruin« hat sie sich für einen musikalischen Pfad »less traveled« entschieden. Und das wird bekanntlich einmal den Unterschied gemacht haben. Denn die Songs ihres Erstlings, die auch im US-amerikanischen Film »Birth/Rebirth« sowie in der Krimiserie »Brennero« zu hören waren, wären anschlussfähig für gefälligere Schwingungen in etwas leichterer Stimmung; für durchschnittlichen »Mental Health«-Singer-Songwriter-Indie-Pop. Allerdings bevorzugt Kæry Ann einen Sound, der deutlich heavier ausgefallen ist und Einflüsse von Doom und Desert-Rock in Songs wie »Shores in Flames« und »Todeslied« dynamisch verarbeitet. Das mag auch daran liegen, dass sie mit ihren Mitstreiter*innen als Band stärker zusammengewachsen ist. Kæry Anns klarer Gesang und ihre Gitarrenarbeit harmonieren ausgezeichnet mit der zweiten Gitarre von Davide Rosa, dem Bass von Francesca Papi und den Drums von Fabio Orticoni. Die sieben Songs auf »Moonstone« haben Riffs zu bieten, die schon bei der ersten Heimsuchung verfangen. Ob mit schneidend-noisigem Reverb oder psychedelischen Anleihen, Kæry Ann bewegt sich sicher auf einem Terrain, das unter anderem von den jüngeren Earth oder Emma Ruth Rundle bespielt wird. Und noch eine Referenz dringt durch meine Gehörgänge: die viel zu früh aufgelösten Rose Windows aus Seattle mit Sängerin Rabia Shaheen Qazi, die 2013 und 2015 zwei Alben auf Sub Pop veröffentlichten. Es bleibt zu hoffen, dass Kæry Anns zweites Album nicht ihr letztes gewesen sein wird. Dieser Tage startet ihre Europa-Tour und führt sie am Freitag, dem 6. Februar in die Wiener Arena, mit Support von Lillie Creatures. Hingehen! 

Home / Rezensionen

Text
Peter Kaiser

Veröffentlichung
03.02.2026

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