Capitol K

Island Row

XL Recordings

Capitol K a.k.a. Kristian Craig Robinson schenkt uns mit dieser Veröffentlichung einen unverschämt charmanten Bastard zwischen Indie-Soundverständnis und Elektronik-Weirdness. Im Songwriting zerrissener als The Notwist, die elektronischen Arrangements aber beinahe so wissend und elegant wie Tortoise – wenngleich rauer und ungeschliffener. In der Sprache des Sports gesprochen: Noch nicht ganz ausproduziert. Mag wohl auch an der Verwendung eines relativ bescheidenen Equipments liegen. Robinsons geographischeBiographie (geboren in Malta; dann Dubai, Borneo; schlussendlich London) liest sich wie der Blueprint zur Soundverwendung: Noisefetzen, Gimmicks und Samples nur anvisieren und dann gleich wieder abdrehen. Solcherart präsentiert sich sein manisches Überallbedienen als doch sehr unaufdringlich. Kein Verweilen in temporärer Schönheit sondern eine hyperaktive Suche ohne konkretes Ziel auf dem richtigen Weg. Trotz Nervosität wird Haltung und Klarheit bewahrt, die eine Verwendung von Psychopharmaka nicht vermuten lassen: naturally mad also. Alles in allem doch noch den einen oder anderen Schritt davon entfernt ein großes Album zu sein. Aber: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, der letzte Sample noch nicht gestohlen.