Denki Udon

»In ZDB«

Three:Four

Hinter dem Namen Denki Udon verbergen sich Norberto Lobo, Giovanni Di Domenico and Tatsuhisa Yamamoto. Ein Portugiese, ein in Belgien lebender Italiener und ein Japaner. Gitarre und Bass, Fender Rhodes und Drums. Früher, sagen wir so um 1995 herum, hätte das Etikett »Post-Rock« hingereicht, um die musikalischen Verhältnisse auf dieser Live-LP zu beschreiben. Allerdings ist die Genre-Bezeichnung über die Jahrzehnte hinweg nicht besonders gut gealtert und wird heute mithin als Synonym für »Kassengift« oder »Verschnarchtheit« verstanden. Zeitgenössische Verstiegenheit geriert sich »experimentell« – aber auch diese Chiffre hat sich in den letzten Jahren arg verbraucht und hin und wieder mag das Adjektiv nicht mehr als ein Euphemismus für »nicht wissen wohin und warum« sein. Das trifft aber im Falle von Denki Udon nicht zu. Ebenso wie Alben von Gastr Del Sol auch heute noch aus der verschlafenen Post-Rock-Nachbarschaft meilenweit heraus ragen, so können auch Denki Udon mit »In ZdB« den möglicherweise naheliegenden Eindruck schlaffen Gedudels sofort vom Tisch wischen. Inspiriert und konzentriert absolviert das Trio die nicht ganz 40 Minuten der vorliegenden Aufnahme, die in ihren schönsten Momenten gar an The Necks, das australische Trio, dessen durchweg improvisierte Alben seit Jahren nicht langweilen, erinnern. Und das soll was heißen.