Andrew W.K.

I Get Wet

Island

Revival der angebräunten Flanellunterhose. Wehende Schweißvokuhilas. Fetzjeans mit Schmerzschritt. Zungenküsse mit einem Belag aus Suffsperma und Philip Morris-Sixpacks. Proll Culture is here to stay! Bis sie most definitely randvoll über den Tresen kippt. Kid Rock ist ja einfach nur ein idiotisches Dumm-Dumm-Patriot-Geschoss, gegen den das Schwarzengedudel und Hausmeister-Posing Eminems fast wie eine intellektuelle Formulierung der White Suburban Paranoia wirkt. Die nie ganz sichere Selbstironie von Mister Wilkes-Krier hier, wenn er mit zerschlagener Catcherfresse vom Cover blinzelt, spricht da eine gänzlich andere Sprache. After Work Clubbing ist bei ihm noch wörtlich zu verstehen, wenn man mit glücklich stinkenden Achselhöhlen dem Yuppie-Geschmeiss die 40%-Flasche über den Schädel zieht und es Frau Frisöse ganz tief reinrammt. Der enthüllende Instant Fun vom unteren Kettenende westlicher Spaßkultur. Ey, »Party Hard« und »Don?t Stop Living In The Red«! Das kommt mit einer lauthals röhrenden Ungeniertheit, als wollte man alle Geschmacklosigkeiten der Reagan-geprägten US-Achtziger in Dreiminuten-Stampfer zusammenschnalzen. Und es knackt: Das Powergrölen Survivors. Das Sprungdildo-Gehabe früher Van Halen. Der klimpernde Kraftpop Cheap Tricks. Und Billy Joel als »Raaaawk On!« wimmernde Alkleiche in der ekstatischen Menge. Das ganz trendfern ohne Beastie Boys-Stampf, sondern mit dem genüsslich nerdigen Retro-Fetengehabe Pulps, die sich mal an was anderem als Disko und C86 vergreifen. Ekelhaft gut, Dude!