Duo Kaleidoscope

»I«

Freiklang Records

Schon seit Mitte der 1990er-Jahre machen Renate Obermayer und Ernst Schriefl alias Duo Kaleidoscope (vormals Kon-Fusion) gemeinsam Musik. Aus irgendeinem Grund kam es trotz langjähriger Zusammenarbeit, unzähligen gemeinsamen Auftritten und jeder Menge Songmaterial erst kürzlich zum Debütalbum des Folk-Duos, lakonisch »I« betitelt. Kindheitserinnerungen steigen auf, während ich dem Album lausche. Damals in den 1970er-Jahren muss es sie in Scharen gegeben haben; LiedermacherInnen, untrennbar verbunden mit ihrer akustischen Gitarre mit der sie ihre Gesänge begleiteten, sie bevölkerten Auftrittsorte jeder Art im wirklichen Leben, im TV, im Radio und gaben ihre Geschichten und Weisheiten zum Besten. Das konnte die ZuhörerInnen mitunter zum Nachdenken anregen, im Großen und Ganzen verbreitete sich aber das Gefühl: Alles wird wieder gut. Das Singer/Songwriter-Genre hat Disco, Punk usf. übertaucht, hat sich transformiert und neu erfunden. Duo Kaleidoscope schließt nahtlos an frühen Austropop und anglophonen Folk – sagen wir um 1970 – an. Wobei die Stile je einer Duohälfte zuzuordnen sind. Ernst Schriefl (Gesang, Gitarre) bildet sozusagen das Austropop-Segment mit selbstkomponierten Liedern auf Deutsch (meist im ostösterreichischen Dialekt), während Renate Obermayer (Gesang, Gitarre) im Bereich Folksongs (Selbstgeschriebenes, Tradtionals, Covers etwa von Townes van Zandt oder Gram Parsons) im Fingerpicking-Style dominiert. Bald ebbt die Ûberraschung und Verwunderung ob des wiedererkannten und lang nicht gehörten Sounds ab und ich kippe ins Hören, gebe nostalgischen Gefühlen Raum und spüre: Ja, alles wird gut.