David Meier

»Hunter-Gatherer«

WideEarRecords

Der Schlagwerker und Komponist David Meier ist ja bereits mit seiner Band Schnellertollermeier sehr positiv aufgefallen, ein hübsch respektloser Jazzrock mit minimalistischen Auslegern wurde da eingespielt. Für sein neuestes Werk »Hunter-Gatherer« hat er sich hochkarätigen Support aus der Schweiz besorgt, darunter Silvan Jeger am Bass, Marc Méan am Piano, Tobias Meier am Saxophon. Auch Gitarrist Manuel Troller ist wieder mit dabei, allerdings wesentlich spartanischer zum Zug kommend. Aber das ist kein Nachteil, denn wir erfreuen uns hier eines verzwickt schönen Cross-Over-Spaziergangs zwischen Jazz und Impro, der alle Stückerln spielt. Mal fitzelig-hektisch, mal fetzig-groovig, mal sphärisch-verhalten, aber immer eigenständig, eigenwillig, aus eigenen kreativen Gnaden erzeugt sozusagen. Besonders positiv fällt ein Faible für naturalistische Figuren auf, insbesondere zirkuläre Miniaturen, die sich wie verdichtende und sich wieder zerstreuende Strudel dazwischen schieben (siehe etwa den Einstieg in Track 7, »Memento Mori«). Abgesehen davon lässt sich »Hunter-Gatherer« auch nach dem zweiten oder dritten Track nicht in die Karten schauen, sondern bleibt stets offen in alle stilistischen Richtungen, ohne dabei beliebig zu wirken. Selten ist eine solche Variationsbreite in den Ausdrucksformen eines Quintetts zu hören gewesen, bei gleichzeitig so stringentem, sich selbst treu bleibendem Gesamteindruck. Hier passt praktisch alles zusammen: die Konzeption, die Chemie, die Virtuosität, die Dynamik, die Coolness. Muss man zweifellos als Meisterwerk einstufen. Ganz tiefe Verneigung.