Amstrong

Hot Water Music

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Amstrong ist nur eine von vielen Popbands, die sich zweifellos mit der Frage konfrontieren müssen, was eine Popband heute für Anforderungen zu erfüllen hat. Ist es die Suche nach dem Wesentlichen, dem Ursprung? Ist es melancholischer Wildwest-Frauengesang irgendwo zwischen Sheryl Crow und Beth Gibbons (Portishead)? Gilt es, einmal mehr den Beweis zu erbringen, dass odd meter auch in der Pop Musik Raum hat, siehe Tori Amos? Was auch immer es ist, das mit »Hot Water Music« gemeint ist, es blubbert nicht, ist nicht heiß. Wo liegt die Leere? Das Konzept ist originell, die Stilmischung zahlreich. Das aus gemeinsamen Kompositionen bestehende Ergebnis schafft es trotz heulender Gitarren, gewichtiger Samples und überzeugenden Arrangements nicht, Resonanz im Innern zu erzeugen. Der Gesang ist modern, also lethargisch und seufzend bis zum geht nicht mehr, but this ain’t PJ Harvey. Positiv die wunderschöne, von Tanja Jessen so ideenreich gespielte Gitarre, die einmal astral, dann wieder schweinisch heavy zu schimmern vermag. Sehr simpel und schön auch der Song »Cold Running River«, der Folk und Blues nördlich werden lässt und bei dem Armstrong endlich vergessen, Revolutionäre sein zu wollen. Reden wir nicht lange drum herum, eine kreative, durchaus originelle Pop-Neuerscheinung, aufwendigst produziert (u. a. mit der Prager Philharmonie!), die nach einer weitaus vielschichtigeren, stimmlich variableren Sängerin verlangt. Aber dann nichts wie zum Konzert!