Unheilig

Große Freiheit

Universal

Marketing verhilft am Ende zum erwünschten Ziel. So ist es auch bei Unheilig, deren Frontmann sich schlichtweg Der Graf nennt. Im Grunde existiert die Formation schon seit fast elf Jahren, aber erst seit geraumer Zeit ist bei den meisten der Groschen gefallen. Ausschlaggebend war der balladeske Titel »Geboren um zu Leben«, der die erste Singleauskopplung von »Große Freiheit« – der Titelsong verweist darauf, dass es ein Konzeptalbum zum Thema See ist  – und im Radio und im Medienrummel rauf und runter gespielt wird. So nutzte man gekonnt mehrere Wege, auch ein Auftritt in einer deutschen Soap, um die Werbetrommel kräftig in Gang zu setzen. Aber auch wenn es in den Charts und auch um den Bekanntheitsgrad des Grafen sehr gut bestellt ist, sagt das am Ende nichts über die Qualität des nun siebten Albums der düsteren Elektrorocker aus. Aber in diesem Fall gibt der Erfolg ihnen Recht, denn das Konzept geht auf. Auch wenn Unheilig unter bösen Zungen als Rammstein der Volksmusik gelten, ist dieser Kommentar nur halbwahr und bezieht sich schlichtweg einfach auf die sehr gekonnten und emotionalen Texte des Grafen. Dabei sind es gerade diese balladesken, lyrischen Ergüsse, die Unheilig zu etwas Eigenem und Besonderem machen. Um den Ruf der Band wieder etwas ins rechte Licht zu rücken, würde ich deren Stil zusammengefasst als Dark Wave gepaart mit Pop und eingängigen Lyrics beschreiben. Dabei ist die Kreativität des Grafen und dessen sonare Stimme ausschlaggebend dafür, dass die Songs der deutsche Band einen hohen Wiedererkenungsfaktor aufweisen.