PanSonic

»Gravitoni«

Blast First Petite

Die Abschiedsplatte von PanSonic? Wohl wahr. Halten wir fest: PanSonic war eine der wichtigsten Bands der letzten 15 Jahre. Punkt. Etwas verwirrend sind die Fotos im Booklet, wenn einem da Bilder des Joshua-Tree-Nationalparks, der Steinungetüme der Osterinseln oder Meeresbrandungen begegnen. Andere, wie eine volle Tokioter U-Bahn, schneebedeckte Wälder und abstrakte Geometrien, passen eher in die Vorstellungswelten über eine Band, die das urbane Internetzeitalter miteinläutete. Indes ergeben sich dadurch Impressionen aus den vielschichtigen Einflüssen, mit denen PanSonic konfrontiert waren. Ûber »Gravitoni« ist an sich nicht viel zu schreiben, außer, dass es wieder mal astreiner PanSonic-Sound ist, lärmgeschwängerte Analogbeat-Kaskaden stürzen auf den Hörer ein, Auslotung der Aggregatszustände zwischen gasförmig und festgefroren. PanSonic klingen wie eh und je, sie hatten sich im Laufe der Jahre eine Musikformel erarbeitet, die auf extremer Reduktion und auf der schieren Physikalität des Sounds – egal ob blanker Noise oder Dub – beruht und die zu einem der Paradigmen für Electronica-Produktionen geworden ist. Klar stimmt es traurig, dass Ilpo Väisänen und Mika Vainio mittlerweile getrennte Wege gehen, ist aber unter diesen Bedingungen nur konsequent. Oder hätten wir sie wirklich als eine »Dinosaurier«-Band erleben wollen? Da hatten sich PanSonic so lange damit abgemüht, ihre Dub-Leidenschaften auf der Oberfläche zu »vertuschen«; Vielleicht ist es nun genau die richtige Zeit, PanSonic auf Eis zu legen und sich mit z. B. Kode9, Rhythm & Sound, Shackleton oder Kevin Martin auf ein Pack’l zu hauen. Die Nummer »Trepanointi« weist ja bereits in diese Richtung. PanSonic: Respekt und paljon kiitoksia!