Foxquel Pope

»Folly Pop«

s/r

Das neueste Album des australischen Indie-Musikers und Videomachers Scott Simington alias Foxquel Pope erscheint zunächst wie eine wilde Ansammlung verschiedenster Tempi und Stimmungen. Und doch wird es lose zusammengehalten von einer unerwarteten melodischen Lieblichkeit, die untypisch für diesen vielseitigen Künstler ist. Foxquel Pope, der all seine Musik selbst produziert, entführt sein Publikum seit Längerem auf bizarre und wundersame Reisen von verzerrten und treibenden psychedelischen Klängen. Mit genau diesem Sound beginnt er das Album »Folly Pop«. Er erschafft ihn durch die Schichtung von wabernden Klängen, minimalistischen Rhythmen, repetitiven Tönen und Segmenten von unaufgeregtem Gesang, die sphärisch ineinanderfließen. Dann aber nach diesem Beginn ein Bruch. Foxquel Pope überrascht mit seicht dahin tröpfelnden Pop-Tönen und beinah albernen Upbeat-Folk-Rhythmen. Fast fragt man sich, ob er uns veralbern will. Gehen wir ihm auf den Leim? Denn schließlich wird alles in einer virtuosen Ernsthaftigkeit präsentiert. Doch dann erinnert man sich an den Albumtitel und bemerkt, dass der hier Programm ist. Und da sind sie, die herzzerreißende Melancholie und all die absurden Texte, mit denen Foxquel Pope sich selbst und das Leben auf die Schippe nimmt. Oder ist er es, der vom Leben zum Narren gehalten wird? Je tiefer man ins Album eintaucht, desto ernster und eindringlicher werden Gesang und Melodien. Man ist hin- und hergerissen zwischen trapartigen Beats und schmerzvoller Traurigkeit, die eine trübsinnige Leere eröffnen. So abrupt das Album endet und so willkürlich diese verschiedenen Stimmungen auch aneinandergereiht zu sein scheinen, alles ist verbunden durch eine einzigartige Atmosphäre, die nur Foxquel Pope erschaffen kann, weil er uns Einblick in seine ganz persönliche Welt gewährt. Diese Welt scheint geprägt zu sein vom passiven und spielerischen Aufbegehren gegen den australischen Blue-Collar-Arbeitsethos genauso wie vom Kampf gegen die Leere, die diese Verweigerung mit sich bringt. Am Ende mischt sich alles zusammen, die Leichtigkeit und Schwere, die Albernheit und Düsterkeit, und hinterlässt uns in einem bedrückt-erfüllten Zustand, in dem man das Album am besten wieder von vorne abspielt.