Sonae

»Far away is right around the corner«

Monika Enterprise

Jung muss man sein. Und unbeschwert träumen können. Dann geht noch einiges. Zum Beispiel erhält man dann für ein hübsch verspieltes, verträumt flockiges Ambient-Album wohlwollende Rezensionen auf diversen Musiksites, die sonst einen großen Bogen um dieses Genre machen. Ist ja auch langweilig, wird meist nur von Mittvierzigern betrieben. Und überhaupt, wann ist man denn schon mal in der Stimmung einen Track zu hören, der nicht nur »Gewitterspaziergang« heißt, sondern auch ein wenig so klingt – nur eben mehr die introspektive Variante? Wenn man am Fenster steht, schlaftrunken am Morgen im Plüschpyjama, und im Kopf breitet sich so eine wohlige Diesigkeit aus, ein Flirren, das von kleinen Stimmungsbläschen stammt, die sich in den Kammern der Sehnsucht zusammenziehen und ausdehnen. Und irgendwann vor lauter sanfter Spannung »Plopp!« machen. So ungefähr klingt »Far away is right around the corner« die meiste Zeit über. Wer derart verträumten Ambient selten hört, kann hier richtig hübsch reinkippen. Was dann einige Rezensenten offenbar getan haben. Zwar liest man auch ein wenig Befremdung über die ereignislose Sphärik dieses Genres, aber Schwamm drüber, die Künstlerin ist jung, sie stammt aus Köln, sie versteht es, stimmige Soundlandschaften mit kleinen, poppigen Einsprengseln zu versüßen, und als aktives Mitglied von »female:pressure« steht sie auch noch auf der hellen Seite der Macht. Passt, pfeift, schwebt, macht Laune – auf Plüschpyjamas.