Ron Bop

»Die Welt Ist Unrealistisch«

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Ron Bop ist – österreichische Literaturmusik? Das klingt ein bisschen wie André Heller mit Sonic Youth als Begleitband. Oder wie Falco, der schon etwas länger nicht mehr beim Friseur war und die Tube mit dem Haargel nicht finden konnte, weshalb auch das ganze gelackte Disco-Ding quietschend und krachend in seine Bestandteile zerfällt. Ein schwer anarchischer Stilmix eben: »Die Welt Ist Unrealistisch« bringt eine böse Version des wienerischen Durch-die-Nase-Sprechgesang, die auch gerne mal in postrockige Schreiorgien, untermalt von ekstatischem Heavy-Metal-Gebell eruptiert. So zum Beispiel in dem EAV-Cover »Banküberfall«, wo unter Weglassung des Kinderohrwurm-Refrains der bekannte Text wie ein absurdes Gedicht rezitiert wird, begleitet von knatternden Rhythmen und einer gar nicht folgsamen Gitarre, die trotz aller atonalen Ausbrüche erdig-bluesige Anklänge hat; meist in industrieller Manier leger durch den Verzerrer – und sicherlich noch andere Geräte – gedroschen wie in »Coco Chanel«. Da werden die Keyboards ordentlich gequetscht und die Verlogenheit der Welt in kryptischen Metaphern hingerotzt. »Lass doch Nietzsche, Nietzsche sein«, singts – und es jault klammheimlich im Gebüsch.

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