Benga

»Diary of an Afro Warrior«

Tempa

Erstes Statement: schwarzwei&szlig-Porträt auf der Cover-Einsteckhülle, darin kassiberhaft eingeschobenes schwarzes Plastik, schwarze CD, schwarzes sechsseitiges Booklet, nur eine Seite davon wei&szlig bedruckt: »I am Black«. Zweites Statement: das penetrante Double-Bass-Sample des ersten Tracks »Zero M2« macht klar: »Hier geht’s um Bass«. Ich hatte die CD auf der Autobahn Frankfurt – Wien 740 km lang am Stück an; was ich jetzt wei&szlig: Benga hat ein Listening-Album erzeugt. Geht weg vom puren Dubstep, und mündet »wieder« (wo ja alles herkommt, via Düsseldorf) in Techno, ca. 1991. Keine Zerspragelung mit Plugins mehr, sondern das gute alte genaue Setzen am Sequencer, yeah! Zu Beginn der Reise, beim zweiten Track, dem Undergroundhit »Night«, kommt auf der Gegenfahrbahn ein gro&szliger Laster entgegen, und genau wenn der Bass einsetzt, blinkt er immer wieder, und brüllt mit der Hupe. Bon Voyage! Auf »Someone 20« trifft Dub auf Detroit, es klingt sogar wie bei John Carpenter, dem Erfinder von Techno, und bald sind wir in Nürnberg. Auf Track 8 »Go Tell Them« kommt ein Vorteil von Dubstep deutlich raus: das gute, alte, britische Riff. Während Bengas Labelkollege Skream heute dabei in Richtung Black Sabbath geht (eh o.k.), geht Benga Richtung (darf man es sagen?): King Crimson. Dabei aber Claps scharf wie Kastagnetten. Bei Track 11 blitzt Throbbing Gristle durch. Ab Regensburg beginnt es zu schütten und das Pulsieren des Basses kontrapunktiert nicht schlecht zu dem Klatschen drau&szligen. Kurz vorm Ziel, in Linz zum Kurzbesuch beim Kurt, kommt zum vierten Mal »3 Minutes« sehr gut mit seinem verkehrt abgespielten Bass Sample-Loop, denkt man da doch gleich, was aus der Landgraf-Szene hätte werden können. Beim Einreiten in Wien spielt dann Nr. 7 zum siebten Mal, und das erinnert dann an Devo??!! Liegt an der guten Platte oder acht Stunden Autobahn oder Wien, who knows? Bravo Benga!