The Killers

»Day & Age«

»Wir wollen die nächsten U2 sein.« So und nicht anders meinte es Brandon Flowers, Sänger von The Killers in einem Statement. Und unweigerlich spürt man es. Als 2004 das Debüt »Hot Fuzz« der vier Jungs aus Las Vegas erschien kannte der Hype kein Ende. Retro-New-Wave-Rock hallte aus den Boxen und so manch einer aus dem Indie-Land Großbritannien ärgerte sich insgeheim darüber, warum es denn nun gerade die Amerikaner sein mussten die ihnen die Show stahlen.
Mit dem Folgealbum »Sam’s Town« spalteten die Jungs ihre Fangemeinde. Auch wenn das Album gleich in den UK-Charts auf Platz Eins schoss und in den USA auf Platz zwei, war nicht jeder sehr einverstanden mit dem Stilwandel der jungen Band. Das erste Album verband stark der Einfluss von Bands wie Oasis, Muse oder generell der britischen Waverock-Szene. Ab »Sam’s Town« hatte man das Gefühl, der Pathos gepaart mit Kitsch – oder nennen wir es schlicht eine überschwänglich positive Message vermitteln – stiege vom Himmel herab in die Köpfe der vier Las Vegians. Dabei wollten sie an Legenden wie Bruce Springsteen oder U2 anknüpfen. Nun ist mit »Day & Age« das vierte Album der vier auf dem Markt und man merkt, dass nun alles langsam sein Gleichgewicht erhält.
Wo man noch auf den Vorgängeralben nicht genau wusste wohin diese Band eigentlich genau möchte, stilisiert sich nun sehr stark heraus was die Message sein soll. Erstens ist die Musik wirklich durch und durch ein einziger Ohrwurm und einfach perfekt produziert, was wohl Produzent Stuart Price (Madonna etc.), zu verdanken ist. Es besteht schon ein drastischer Unterschied, geradezu eine Kluft, zwischen dem ersten und nun vierten Werk. Wo man damals mehr dem tanzbaren New-Wave-Rock frönte, tendierte die Band im Lauf der Jahre immer mehr zu Pop-Elektro-Rocklastigem mit Herzschmerz, tiefen Emotionen, durchzogen mit großen Worten. Vieles in »Day & Age« erinnert passagenweise stark an U2, sei es der Stil der Musik und sogar die Art und Weise wie Sänger Brandon Flowers seine Stimme einsetzt. Auch Größen wie The Cure spiegeln sich in einigen Songs wieder, wie z.B. bei »Goodnight, Travel Well«.
Alles in allem ist es ein perfektes Album, das sowohl durch seine Produktion und seine musikalische Leichtigkeit überzeugen kann.