Modecenter

»Modecenter«

A-LO Records/Numavi

Der Post-Punk der frühen 1980er bleibt für junge Bands eine schier unerschöpfliche Inspirationsquelle. Während Jens Balzer in seinem neuen Buch »High Energy« das »pulsierende Jahrzehnt« einer wortreichen Rückschau unterzieht, verarbeitet eine neue Wiener Band auf ihrem Debütalbum hochenergetisch einige der stärksten musikalischen Einflüsse aus jener Dekade. Modecenter: schöner Name auch. »Chain Boys« lässt »Eighties« von Killing Joke widerhallen; ein veritabler Ohrwurm, der in Zukunft auch öfters auf geneigten Radiofrequenzen zu hören sein sollte. Auch »Hot Body« kann eine gewisse Eingängigkeit nicht abgesprochen werden. Doch wo andere dann ihr Eighties-Faible bevorzugt poppiger ausrichten (z. B. Catastrophe & Cure), drehen Modecenter lieber an der Bass-Distortion, lassen die Gitarrenspuren klirren und feedbacken. Der Flow von »187« fegt alle Strassenbanden von Erdberg über Altona bis Portland hinweg. Denn neben Anklängen an Killing Joke oder The Fall schöpfen Modecenter immer wieder gerne auch aus transatlantischen Quellen: Noise Rock, Flipper, ja sogar ein bisschen Wipers-Feeling stellt sich mal ein. Gelungen! Ob sich Modecenter live auf »Power Dressing« mit Schulterpolstern und Textilien in Neon oder Pastell verstehen, kann am 29. Juli in der Wiener Arena bei der Doppel-Album-Release-Show mit Melt Downer überprüft werden.