Jimi Tenor

Cosmic Relief

Sähkö

So sexy kann Begleitautomatik sein… Der Bass kommt von irgendwo tief unten, die Schlagzeug-Programmings geben sich dezent kleschend, und über den Wolken säuselt Jimi mit letzter Kraft »Sunshine, blue skies, is this the brand-new world?« »Moonfolks«, das ist Soul Music aus dem Sequencer, die Synth-Streichersätze werden von einem durchdringenden Sinuston unterbrochen, zwei Tracks weiter in »New World« ein unglaublich souliges (ich sag’s nochmal) Klaviersolo auf einem Ton über dahin groovenden Reggae-Beats, die nach »Sun Of Jamaica«-Samples klingen, wenn sich noch jemand außer mir an die 80er erinnern kann und will… Jimi Tenor at his best – aussagekräftige Belanglosigkeit aus dem Automaten, handgemacht. »Give me a tooth-ache, I wanna fall sick with pain«. Die eckigen, an Depeche Mode und Konsorten erinnernden Arrangements auf »Natural Cosmic Relief« scheinen die Gothic-Welle von anno dazumal weichzuspülen, während die zwischen Grace Jones und Prince liegenden Vocals des letzten Songs Gänsehaut fabrizieren. Die sommertaugliche Mischung aus Dub, Raggae, Soul und Fahrstuhlmusik wird durch den Input eines Mannes mit Geschmack zum Suchtmittel. Man will sie immer wieder hören, diese Gute-Laune-Musik, die sich lustig macht über Gute-Laune-Musik. Inselfeeling aus Finnland. Das rhythmische Gerüst basierend auf »Bumm Tschak« wird mit barocker Üppigkeit umspielt und verherrlicht. Wellenreiten auf den coolen Vibes, Jimi fungiert als Schlüssel zu der Pforte, hinter der das höhere Bewusstsein liegt. Irgendwo am Ende des Regenbogens.