Gene Defcon

Come Party With Me 2000

K/Southern

Stark infantil, aber nicht ganz uncharmant, dieses ebenso niedliche wie ungustiöse Ami-Kid und seine Plastikwelt. Gene Defcon hatte einst den Traum, nach Olympia zu ziehen, in einer Band zu spielen und Platten zu veröffentlichen. Das mit der Band wurde dank eines Drumcomputers, einer Kinderorgel, einer Handvoll Griffe auf der Sechssaitigen und dem unerschütterlichen Glauben an die Qualität von Lo-Fi-Schrammelpunk überflüssig; der Rest konnte erfolgreich umgesetzt werden. Und so quengelt und freakt er sich auf dieser CD durch insgesamt 47 vertonte Alltagsbetrachtungen, die das weit geöffnete Herz stets auf der Zunge tragen. Das Label versucht ihn dabei im Spannungsfeld zwischen Bobby Conn, Plastic Bertrand und Bikini Kill zu verorten; tatsächlich erweckt der an eine Erfindung des Medienkonzerns monochrom gemahnende Gene Defcon weit eher den Eindruck einer entflohenen Sesamstraßenfigur. Harter Stoff also, aber irgendwie kann das schon auch etwas.