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Ciao, Fratelli!

Die Fratelli Mancuso, das sind Lorenzo und Enzo Mancuso. Im Porgy spielten die beiden Sizilianer die Canzoni ihrer Heimatregion meist mit zwei Gitarren und sehr stark wechselndem Gesang: Oft im Stile italienischer Barden wie man sie seit Fabrizio de Andre gewohnt ist. Manchmal wechselte dieser angenehme Bariton ins nasale Gesangsregionen – nämlich immer dann, wenn die Fratelli den sizilianischen Schmelztiegel zeigten – la isola. Der Stimmlagenwechsel geschah zuweilen gar im Verlauf eines Canzoni!
Denn die wechselvolle Geschichte der Insel, die permanent von der Schuhspitze des Stiefels gekickt wird, sah viele kommen und gehen: Vandalen herrschten hier genauso wie Ostgoten, Griechen, Karthager, Punier und Phönizier.
Und zuweilen griffen die Gebrüder auch zu Handtrommeln und einem Harmonium. In nachhaltiger Erinnerung bleiben auch die A Capella-Stücke, die sie Arm in Arm in ein Mikrofon schmetterten – la memoria. Der eine mit rotem Künstlerschal, der andere ohne. Beide nur mehr mit wenig Haaren. An diesem kalten herzerwärmenden ersten Juniabend brachten die Fratelli Mancuso somit zuvor selten zu Hörendes nach Wien. Da gab es am Ende die wohl verdienten Rufe: Bravi!

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Text
Jürgen Plank

Veröffentlichung
06.06.2006

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