Christine Josephine

»Selfish«

Pumpkin Records

Selten schafft es ein Singer-Songwriter-Album heimischer Provenienz bei mir anzudocken. Christine Josephines Debüt »Selfish« ist zum einen eine Reise ins Innere und doch vermag es irgendwie sommerlich leicht zu klingen. Es wird nicht dick aufgetragen und es ist wohl eine Handpan, welche die Songs flügge ins Sphärische macht. Das Album hat eine gewisse Aura, es ist das Wenige, das sich breit machen darf. Etwa eine Viola da Gamba, gespielt von ihrer Verlobten Pauline Corette, oder sacht beigemengte elektronische Beats, die mit Thomas Recks fluoreszierenden Trompetenklängen auch mal freier floaten dürfen. Christine Hoffelner aka Christine Josephine, die in Mulhouse im französischen Elsass lebt, hat sich im Griff, trotz tief in die Kindheit zurückreichender Introspektive. Dadurch gewinnt das Album an Tiefe und doch klingt es, obwohl melancholisch nach Sehnsucht heischend, eher flockig unbeschwert. »Selfish« kann aber auch Wut heraufbeschwören, es ist die Erzählung einer Überwindung von Teenage-Angst wie eines Coming-Outs, unter Christine Hoffelner auch als Buch (Main-Verlag) erhältlich.