Budos Band

»V«

Daptone/Groove Attack

Wie der Titel »V« besagt, ist dies das fünfte Album der Budos Band seit 2005, was im Schnitt alle drei bis vier Jahre ein Album auf Daptone ergibt, durchnummeriert mit römischen Ziffern, bis auf Nummer IV, das »Burnt Offering« (2014) betitelt wurde und stilistisch erstmals schwer auf Rock einschwenkte. Auf den ersten drei Alben war ein bläserorientierter Afro-Funk dominierend, wenn auch immer etwas Rock in die Instrumentierung einfloss. Das aktuelle Album ist zwar wieder sehr Rock-lastig geworden, aber die stilistische Vielseitigkeit der Band ist größer als beim Vorgänger. »Wir konnten diesmal einfach die Musik aufnehmen, die wir machen wollten, ohne die Leute dauernd daran erinnern zu müssen, dass wir keine Afrobeat-Band mehr sind«, sagt Gitarrist und Co-Produzent (zusammen mit Label-Boss Gabriel Roth) Tom Brenneck. »Wir müssen niemandem mehr etwas beweisen. Es gibt die Rock-Elemente von ›Burnt Offering‹, aber es gibt auch Songs, die von unseren ersten drei Alben stammen könnten.« So spielen Jazz und Ethio-Jazz (»The Enchanter«) durchwegs immer noch eine (gewichtige) Rolle. Und natürlich haben die Songs von »V« (wie die der früheren Alben der Band) einen starken Hang zum Soundtrackhaften: Musik für imaginäre »trivial«-mythische Flicks: Cover-Art, Schrift und Songtitel wie »Arkane Rambler« oder »Peak of Eternal Night« sind zierendes Beiwerk der zehn gekonnt inszenierten Instrumentals, die immer genügend Funkiness haben, um sich nicht in simplem Retro-Rock à la Black Sabbath festzufahren. Die Songs sind durchwegs so perfekt ausarrangiert, wie das bei einem knappen Dutzend musikalischer »Kombattanten« in der Band nötig ist. Man kann jedenfalls sagen, dass ein Maximum dessen, was in diesem Genre möglich ist, souverän ausgelotet wird.