Yoko Ono

Blueprint for a Sunrise

Capitol

Es beginnt witzig, spannend und dicht, ziemlich gut und klingt wie ein neues Album von Lydia Lunch. Die Musik weckt Erinnerungen an etwas, das man in einer imaginären oder planetarischen New Yorker Innenstadt zurückgelassen hat. Der Sound ist auch leicht antiquiert, keine zeitlose Musik also, trotzdem fein… Die Inhalte bewegen sich zwischen Feminismus, Poesie und Vergangenheit. Und schließlich macht man noch auf Kunst, mit einem leichten Hippie-Touch. Eine Mixtur aus kleinen und großen Stories, persönlichen Erlebnissen und alltäglichen Vorgängen, Frauenschicksalen und anderen Berichten. Insgesamt gehen Yoko Ono aber die Themen aus, ihre Stimme hat an Ausdruckskraft eingebüßt (sehr monoton, von Schreien bis Sprechen). Nicht sehr warm, wenn Sie mich fragen. Hier wird nicht großzügig angeboten und geteilt, dafür wird ertragen und beobachtet. Billige Politik, einfache Verse und Protest können so zur Parodie werden. Alles in allem ist es eine gute Ansichtskarte von Yoko und eine weitere nicht sehr anspruchsvolle Aufnahme von einer berühmten Persönlichkeit (oder Künstlerin oder Millionärin oder…). Warum nicht?