Mike & Cara Gangloff

»Black Ribbon Of Death, Silver Thread Of Life«

MIE Music

Mike Gangloff (Pelt, Black Twig Pickers) hatte im vergangen Jahr gleich mehrere äußerst interessante Veröffentlichungen. Zuerst erschien sein Solo-Album »Poplar Hollow«, dann eine Kollaboration mit Steve Gunn und gegen Ende des Jahres diese Platte mit seiner Frau Cara Gangloff. Von diesen drei Alben ist »Black Ribbon Of Death, Silver Thread Of Life« wohl jenes, das sich am intensivsten den ruhigeren, kontemplativen Tönen widmet. Wie der Titel und das großartige Cover-Artwork von Jake Blanchard andeuten, sind Tod und Leben die zentralen Motive des Albums. Dies schlägt sich sowohl in der Auswahl der Traditionals nieder (»O Death«, »David’s Lamentation«), als auch in den Eigenkompositionen. Zentral ist die dreiteilige Stück »Black Ribbon«, das durch Cara Gangloffs Gedicht »Black Ribbon of Death« (das auf der Rückseite des Plattencovers abgedruckt ist) ergänzt wird. Das Gedicht verdeutlicht nochmals die Thematik des Albums, so werden in kurzen Vignetten Konfrontationen mit der Sterblichkeit geschildert. Während auf der ersten Seite des Albums eher Tod und Vergänglichkeit thematisiert werden, widmet sich die zweite Seite vorwiegend dem Leben, allen voran der Liebe. Mit »Husband’s Shoulder« und einer Drone-Version von »Someone’s Watching Over Me« endet das Album auf einer sehr versöhnlichen und herzerwärmenden Note. Die Instrumentierung des Albums ist ausschließlich akustisch gehalten (Drehleier, Banjo, Geige, Shruti Box, Bouzouki, Bass, Gesang, stampfende Füße) und wurde komplett live und ohne Overdubs eingespielt. Auch das trägt sehr zu der warmen und familiären Atmosphäre des Albums bei. Musikalisch schaffen es Mike, Cara und einige Gäste auf bemerkenswerte Weise Eigenkompositionen mit Traditionals sowie verschiedenen Musikformen (Old Time, Gospel, Einflüsse aus der Indischen Musik) miteinander zu verschmelzen. Mit »Black Ribbon Of Death, Silver Thread Of Life« legen Mike & Cara Gangloff ein sehr gelungenes Album vor, das es schafft die großen Themen des Lebens anzusprechen, ohne dabei jemals in Pathos abzudriften.