Bilder vom Kino

Das Filmmuseum lässt sich auch im Mai nicht lumpen und fährt diesmal mit einem besonders hochkarätigen Programm – Tribute an Chris Marker sowie Retrospektive Valie Export – auf.

Eine äußerst umfangreiche Retrospektive zollt dem französischen Filmemacher und Fotografen Chris Marker Tribut, der überdies auch noch literarisch tätig ist.
Nebst seinem umfangreichen Oeuvre bietet das Filmmuseum zwei fachkundige Vorträge, sowie zentrale Filmkunstwerke, die für Markers Schaffen eine prägende Rolle einnehmen (unter anderem Arbeiten von Andrej Tarkowski, Alfred Hitchcock und Akira Kurosawa).
Der 1921 geborene Marker fand in den 1950er Jahren zum Film. Seit jeher arbeitet der Künstler multimedial. Als einer der ersten Dokumentarfilmemacher seiner Zeit bindet er neue digitale Techniken und Tonexperimente in seine Arbeit ein.
Mit seiner Methodik weitet Marker die Grenzen politisch engagierten Kinos, sowie das Genre des Dokumentarfilms aus und stellt diese in Frage.
Das Filmmuseum zeigt 35 Filme von Chris Marker darunter den brillanten Science-Fiction-Fotofilm »La Jetée« oder sein wohl bekanntestes Werk »Sans Soleil«, das sich als meisterhaft eklektisches Filmessay entpuppt, welches seines gleichen sucht und welches mit den Konventionen des klassischen Reisefilms bricht, indem er ihm ureigene Fragestellungen kinematografischer Natur hinzufügt. Die Funktion der Erinnerung verdichtet sich in »Sans Soleil« dermaßen, dass am Ende laut Programmtext »ein Film, der sich zuletzt »selbst erinnert«« verbleibt.

Wem das nicht genug Anreiz für einen Filmmuseumsbesuch sein sollte, dem sei gesagt, dass im Mai neben dieser hervorragenden Werkschau eine umfangreiche Retrospektive der Künstlerin Valie Export ansteht. Export zählt nunmehr unumstritten zu einer der wichtigsten Künstlerinnen, die multimediale Kunstpraxis mit feministischem Kontext versieht. Neben Fotografien, Skulpturen und Performances zählen Film und Video zu ihren wichtigsten Ausdrucksmitteln, wobei sie zu den Pionieren der (feministischen) Videokunst zählt (Stichwort: »TAPP und TASTKINO«!).
Valie Export wird an ausgewählten Tagen der umfassenden Werkschau selbst beiwohnen und einige ihrer frühen »Expanded Cinema«-Arbeiten einmalig wieder aufführen.

Dazu runden wie gewohnt das »zyklische Programm« und die Reihe »Die Utopie Film« das Programm des Filmmuseums ab. Am 14. Mai gibt es überdies ein Live-Konzert unter dem Motto »My life between the exit signs«, wo 600 im Filmmuseum aufgenommener Fotografien der Künstlerin Maria Fürthauer zwölf Musikstücken der Band Lovely Rita, welcher Fürthauer auch angehört, gegenübergestellt werden.

www.filmmuseum.at