deKor | Hamfatter

»bewegt!« | »Girls In Graz«

Pater Records | Pink Hedgehog

Versus Stereo. Match: deKor vs. Hamfatter. Gitarrenbands, mehr oder weniger alternative, entsprechen im Pop dem, was Fußball im Sport ist. Es gibt klare Favoritenländer, aber jeder will dabei sein. Darum versuchen österreichische Bands wie deKor eigenwillig in diesem Feld angloamerikanischer Dominanz ihr Glück. Andererseits gibt es die britische Band Hamfatter, die in ihrer Musik und vermutlich irgendwie auch persönlich einen Österreich-Bezug einbaut und immer wieder hier tourt. Die einen versuchen, unter der Last internationaler Eindrücke ihren Stil zu finden, die anderen kämpfen mit einer immensen »eigenen« Tradition, Fallstricke zwischen standardisierter Form und Beliebigkeit. Aber beide Bands finden sympathische Wege: deKor heben sich von Deutschpop und dem 70er-Retro-Coverdesign (das heute auch schon wieder schräg wirkt) mit unerwartet harten Gitarren und verträumten Lyrics ab. Der Gesang geht im Rauschen des Gesamtklangs immer ein wenig unter, für Hardrock ist das alles aber zu poetisch. Hamfatter wiederum besingen die »Girls In Graz« zu einem piano-getriebenen Sound, der schwungvoll in bester Fab-Four-Melodik daherkommt. In dieser Form wird keine von beiden Bands Weltmeister werden, aber sie sind auch definitiv mehr als Außenseiter: Die Sympathie sollte sie zumindest durch die Vorrunden tragen.