Japanther

»Beets, Lime & Rice«

Seayou Records

Live ohnehin legendär stehen bei Japanther die Fragezeichen eher über den Studioplatten. Kommt das an ihre unverwechselbaren Konzerte ran? »Beets, Lime & Rice« darf man auf jeden Fall eine Chance geben. Das Ethos des Punk ist unüberhörbar, aber die New Yorker haben auch im Boden des Noise Rock und klassischen Pop Wurzeln geschlagen. Musikalisch ist das Album zwar kein Baikalsee, aber man kann auch nicht mit hochgekrempelter Hose durchwaten. Müsste man Japanther im Vokabular des CBGB beschreiben, dann trifft hier wohl die Energie der Ramones auf den Intellekt von Television, freilich unter zeitweiligem Einsatz von Keyboards und Samples. Die interessanten Texte wurden mit Distortion-Effekten leider fast unkenntlich gemacht, ob die Lyrics abgedruckt sind lässt sich aufgrund der Demo-Pressung nicht feststellen. »Beets, Lime & Rice« ist, so blöd das klingt, eine klassische Diskursplatte. Leute, die schon lange Fans sind und die restliche Popmusik-Intelligentsia hören herrlich viel heraus und interpretieren genauso viel wieder hinein, die meisten anderen schütteln den Kopf und wenden sich Handfesterem zu. Beides ist wohl etwas übertrieben.