Theo Bleckmann

»Anteroom«

Traumton Records

Ein unfassliches Wesen, eine Muse mit wortlosen Engelszungen, gleitet im langsamen und spiralförmigen Sinkflug zur Erde. Der 38-Jährige Theo Bleckmann, in Dortmund geboren und mittlerweile Langzeit-New-Yorker, legt auf dieser Neuerscheinung tempoungebundene Loops und schichtet darauf seine unnachahmliche Vokalartistik. Das Ergebnis sind durchwegs sphärische Klänge, nie New Age-nah, viel eher kommt dieser Hör-Trip einem akustischen Rorschachtest gleich. Etwaige Orientierungspunkte nämlich verstieben rasch, Songs in AABA-Strukturen zu erwarten, wäre ohnehin töricht. Die Produktion besticht durch die ökonomisch eingesetzten Mittel. Technische Gimmicks sind tunlichst ausgeklammert, alles bewegt sich mit Bedacht in einem strengen Konzept. Und doch erfahren die acht Kompositionen eine höchst mögliche Effizienz und Eleganz, wohl gerade wegen dieser bewussten Sparsamkeit. Auf eine Gesamtlänge von fast einer Stunde kann dieser nicht unterbetitelte Streifen für das Breitwand-Kino zu ebenmäßig, dadurch anstrengend wirken.

Ein versuchsweises Eintauchen in diese »klangtrunkene Welt nicht von hier« lohnt sich allemal.