Metalycée | Autistic Daughters

»Another White Album« | »Jealousy and Diamond«

MOSZ | Kranky

Stahlköche haben den Blueprint für eine aufregende Neukonstruktion gefunden. 2/3 von Thilges3 fungieren aka Metalycée als Samplingweltmeister, die sich als Metalfans outen, ohne dass unbedingt geheadbangt werden muss. Denn der Ansatz ist ein durchaus avantgardistischer, ohne dass der Popappeal verloren gegangen wäre. Ungwöhnlich melodiöse, ja gar irgendwie elegische Juwelen sind »21H39« – Didi Bruckmayr (Fuckhead, Wipeout) stirbt vokalistisch in Schönheit – und »5H17«, die mit Bassist John Norman von Radian eingespielt wurden. Samplen/Cutten wie etwa im HipHop, Arrangieren aber wie der Teufel, der aber den Satansbraten so umformt, dass ein unheimliches weißes Album dabei rauskommt. Radians Martin Brandlmayr borgte derweil seine reduktionistische Schlagzeugspielweise sowie Vibraphon-, Marimbaphon- und Electronicsbeigaben dem Trio Autistic Daughter, das mit Werner Dafeldecker am E- und Kontrabass einen möglichen, internationaleren Ausweg aus der ideenlosen Wiener Improvisationsmusiksackgasse zeigt. Mit Dean Roberts (g, voc, Harmonica, Hermonium, perc) und Gästen Valerio Tricoli und Anthony Guerra weidet man im expressiven Americana-Umfeld, gleichwohl Ray Davies??? »Rainy Day In June« unscheinbar gecovert wird. Ein sehr ruhiges Album, vielleicht etwas zu ausladend ornamentiert, sodass Roberts Gesang ebenso als Instrument und nichts weiter empfunden wird. Hat schöne, insgesamt etwas langatmig-langweilige Momente.