The Sevens Collective

»A Too Much Divided Heart«

Beta Lactam Ring

Eine quasi Allstar-Band des Labels Beta Lactam Ring. Schnell mal die Grundkonstellationen klar gemacht: eine Idee von Apocalyptic Folk, spätere Werke von Nurse With Wound und als Kulminationspunkt The Legendary Pink Dots. The Sevens Collective machen daraus keinen Hehl, erweitern indes die teils doch recht starren Genregrenzen mit einer Vielzahl von Einflüssen, die von der spanischen Gitarren-Ballade bis zum Kopfstimmengesang reichen. Melancholische Ambient-Drones walzen sich bedächtig aus den Boxen, Vinylrauschen ab und an, eine durchaus avantgardistische Interpretation kammermusikalischer Zugänge. Die Band rund um Paul J. Rogers fährt mit einem schieren Gerätepark auf, Gitarre, Violine, Klavier, Tapes, Zither, Turntable und Percussions treffen auf fünf verschiedene SängerInnen. Songs voll dunkler Schwermut mit Schlagseiten zu Phrasen aus der Romantik genauso wie zu Space-Rock. Irgendwie hätte ich mir während des Verlaufs des Albums gedacht, dass es eine Gangart zulegt. Indes verbleibt »Divided Heart« in einer ätherischen, getragenen, auf Moll getunten Stimmung, die different shades of grey traversiert. Balladen eines gebrochenen, gespaltenen Herzens? Wohl das. Gegen Schluss wird es mit »The Berlin Tapes: The Island Apes« verquer folkig, grummelnd-jaulende Gitarre, ein zerdrehter Gesang, und reißt das Ganze dann doch noch ein bisschen ins Uptempo. Eine durchwegs gelungene Scheibe, immer gut für die eher beschaulichen Momente des Lebens.