Übersetzungsdienste im Internet lassen mich wissen, dass der Bandname mit »Wundbrand« übersetzt werden kann, der Titel des Albums lautet ins Deutsche übertragen »In den Sümpfen des Bewusstseins«. Dass es schön schmutzig und angenehm unangenehm werden würde, war aber von vornherein klar. Der Old-School-Death-Metal des tschechischen Quintetts bedarf im Grunde keinerlei Übersetzungsarbeit, er teilt sich sofort mit: schlammschwere Riffs, übelriechendes Geröchel, pointiertes Geholze. Die mit diesen Zutaten zusammengebraute trübe Brühe schwappt aus den Lautsprechern in die Ohren und sickert sofort ins Hirn. – Wer kann schon von sich behaupten, ganz dicht zu sein? Dass solch stinkig-schmierige Soundsoße einen reinigenden Effekt hat, diese heilende Erfahrung machen ja immer wieder alle, die »Durch Musik zum Selbst« (Peter Michael Hamel) finden wollen. Death Metal ist quasi invertierter Spiritual Jazz. Er strebt nicht gen Himmel, sondern ist in die Gegenrichtung unterwegs. Das gemeinsame Ziel: Transzendenz, das Überschreiten von Grenzen, das Hinausgehen über die greifbare, erfahrbare Wirklichkeit, die Durchdringung (und mithin Überwindung) der menschlichen Existenz in ihrer irdischen Begrenztheit. Meditationen im Matsch. Schlammpackungen, wie in der Kur, die man nicht mehr verschrieben bekommt, denn es muss ja angeblich an allen Ecken und (den falschen) Enden gespart werden. Gut, dass es Musik gibt. Nicht ganz umsonst, aber immerhin rezeptfrei.
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»V Bažinách Vědomí«
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