Iron Kobra spielen eine mitreißende Mischung aus melodischem Speed- bzw. klassischem Heavy Metal und Hard Rock, und vor ein paar Jahren sind sie durch eine liebevoll gemachte Single aufgefallen, die sich vor Metal-Bands der DDR wie etwa Formel 1 oder Biest verneigte. Sie kennen sich also aus, die Jungs von Iron Kobra. Deshalb schreiben sie Kobra auch mit K und nicht, wie es eigentlich orthografisch korrekt wäre, mit C. Stimmiger ist der Buchstabe, der im englischen Namen aufs Deutsche verweist – und auf die damit markierte relative Kauzigkeit. Diese Art des frischen Arbeitens mit Traditionsbeständen der ruhmreichen 1980er-Jahre, der goldenen Jahre des Heavy Metal, ist beinahe selbst schon ein Genre, das sich nicht nur durch knackige Riffs, Twin-Lead-Guitars und durchgängig treibendes Songwriting auszeichnet, sondern auch durch eine Inszenierung, die idealerweise so »drüber« ist, dass sie als »Camp« und nicht nur Cosplay durchgeht: Denim (ohne Leather), Schnörres, Prinzessin auf Säbelzahntiger – und die Band nach der Probe bei Bier und Bratwurst, möchte ich vermuten. Ein schmaler Grat, auf dem sie da unterwegs sind, aber die Gratwanderung gelingt, denn das musikalische Material überzeugt. Neun Songs, fast alle Ohrwürmer (allen voran das deutschsprachige »Fliehen«), die im begleitenden Pressetext an historische Vorbilder wie Iron Maiden, Cirith Ungol, Living Death, Manowar und Tank rückgebunden werden. Das kommt auch alles irgendwie hin, wichtiger aber ist, dass die Sache beseelt und beherzt vorgetragen wird, und das ist der Fall. Man muss allerdings für diese auch leicht beknackte Ästhetik einen Sinn haben, sonst steht man möglicherweise irritiert davor. Das wiederum ist durchaus nicht verkehrt, denn auch das gehört dazu. Die Musik und die Traumwelten (»Shibuya Nights«), in die Steffen, Matze, Ela und Björn sich flüchten, sind gar nicht dazu gedacht, von Hinz und Kunz besucht oder gar verstanden zu werden. Vielleicht legen die Jungs ja irgendwann ihre eigenen »Tokyo Tapes« vor. Bis dahin tut es aber auch »Eternal Dagger«. So, gleich Feierabend, mal Bier kalt legen.
Iron Kobra
»Eternal Dagger«
Dying Victims
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