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Der in Osaka geborene Klangkünstler Hanno hat seit 1997 unter wechselnden Namen (Multiphonic Ensemble etc.) 12 Platten veröffentlicht, die meisten davon auf dem belgischen Sub-Rosa-Label oder auf seinem eigenen, Cirque. Hanno ist Mitglied in der von Ryuichi Sakamoto geleiteten Experimental-Formation hoon und schreibt vornehmlich Musik für Film- und Theaterproduktionen. Seine visuelle Sicht auf den Bitstream der Festplatte ist also vorprogrammiert. Auf »9 Modules+« ist davon ein wenig zu spüren, manchmal verliert er sich zu sehr in den Weiten der CPU, wenn es darum geht, Installationsdrones mit Beatminiaturen kompatibel zu machen. Aus den technoiden Strukturen schälen sich ab und an »wesensfremde« Klänge, die auf Fieldrecordings schließen lassen oder es werden Ingredienzien aus Glitch und Klassik unter einen Mouseclick subsumiert. Es dominieren beruhigende Sounds, die auf Verweilen einladen und zu denen man sich bestens ausgefranste Filmkader mit maximal 18 Bildern/ sec. vorstellen kann.
Aoki Takamasa ist 1976 ebenfalls in Osaka geboren. Wenn er nicht alleine spielt, macht er mit dem Videokünstler Takagi Masakatsu als Silicom Performances oder mit Yoshihiro Hanno. Auf »Indigo Rose« wird eine Reise unternommen in die Tiefen der neuesten Software-Applikationen zugunsten seltsam Vocoderisierter Stimmen und einem Clicks’n’Cuts-Sound, der eher an einem Re-Arrangement von Electronica-Patterns arbeitet als die x-te Scheibe über die Dekonstruktion. Takamasas Werk ist luftiger laid-back-IDM-Techno, wie er etwa von Akufen, Boards of Canada oder Prefuse 73 kommen könnte. Kann was, die Scheibe.

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