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»1967«

pumpkin/Trost

15 Tracks mit Bezug auf das 67er-Jahr versammelt der Sampler des weststeirischen Labels Pumpkin Records und man nähert sich mit Ehrfurcht oder Ironie an Evergreens und Geheimtipps. Die Neuinterpretationen machen es möglich auch den totgespieltesten alten Hadern wieder anhörbar zu machen – etwa wenn Clemens Haipl »All You Need Is Love« in elektronica umwandelt. Das Spektrum der gecoverten Songs umfasst Werke der Urahnen des Britpop (Stones, Beatles) und US-Rock/Folk-Giganten (Doors, Velvet Underground, Buffalo Springfield, Johnny Cash u.a.), aber auch ein melancholisches Jacques Brel-Chanson. 1967 gab’s den Summer of Love, der für die einen den Anbruch einer neuen Ära darstellt, während dies für die anderen den Tief- und Endpunkt einer Gegenkultur markiert. Jedenfalls wurde der Hipster zum Hippie und Elemente der Jugendkultur massen- und modekompatibel. Musikalisch tat sich einiges: The Doors und Velvet Underground brachten ihre Debütalben heraus, die Beatles veröffentlichten »Sgt. Pepper« und die Beach Boys ließen ihr für jenes Jahr angekündigte Album »Smile« eben nicht erscheinen. Ein gutes Geschäft machten jedoch Scott McKenzie und John Phillips als sie mit »San Francisco« die passende Hymne für den Hype schrieben. Bender machen aus dem Schunkellied einen Song mit HipHop-Elementen im Stil von Bran Van 3000. »Chrystal Ship« (Doors) interpretieren eloui_f lasziv vor breitwandiger Soundcollage. Das Erste Wiener Heimorgelorchester macht aus dem surrealistischen Beatlesklassiker »I am the Walrus« »Ich bin der Wallraff«. Wie in guten alten Zeiten mit Akustikgitarre und Tamburin erscheint Forenbachers »I’m a Believer« (N. Diamond/The Monkees). Eine verschrobene Instrumentalversion von »Cabinessence« des verschrobenen Brian Wilson ist der Beitrag von Les Machines Molles (hinter dem sich der Ideengeber des Projekts Wolfgang Pollanz verbirgt). Weitere Beiträge haben u.a. Portnoy, Jan-Pieter Martens, Thalija, The Wichita Linemen und Sir Tralala eingebracht. Als versteckter Track findet sich mit »Immer wieder geht die Sonne auf« ein Lied von einem, der lange vor der Erfindung des Austropop die Hitparade stürmte: Udo Jürgens.

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