Maria Minerva

»Will Happiness Find Me«

Not Not Fun Records

»Hope for happiness, cause happiness is a warm gun.« Auf ihrem dritten Album packt die Lo-Fi-Pop-Göttin aus Estland wieder ihr zweischneidiges Schwert, für das ihr gesamtes Ouevre bekannt ist, aus: Maria Minerva fabriziert groovy Dance-Beats, wie z. B. den Opener »The Sound«, auf dem sie mit saloppem Old-School-House und verspieltem Klingelklangel im Hintergrund aufwartet. Demgegenüber versteht sie es danach über weite Strecken vortrefflich, mit schräg dub-infiziertem Avant-Bedroom-Pop die halbe, die Hipster-Welt anzumachen. Applaus.

Apropos weite Strecken: Minerva werkelt einerseits gerne wie eine verlorene KünstlerIn an ihrem DIY-Pop herum und lässt sich grundsätzlich, so wie auch diesmal, nicht auf einen Stil festlegen. By the way: Kürzlich irrte Maria Minerva – auf ihrer ersten U.S.-Tour – abgewrackt im Niemandsland Montanas umher, und verpasste ebendort eines ihrer Konzerte. Ihr Tourmanager stöhnte. Zu allem ?berfluss stahl man dann auch noch ihren Computer und ihr iPod und, man höre und staune, entnahm Minervas Reisekoffer ihre (Sexy-Fit-Esprit-)Unterwäsche und verstreute diese auf offener Stra&szlige. Der volle Alptraum am ach-wie-unschuldigen Lande!

Auf »Will Happiness Find Me« geht es auch munter weiter: »Heart like A Microphone« ist voll vernebelt und mit »Coming Of Age«, »Never Give Up« und »Perpetual Motion Machine« produzierte Minerva wahrlich kleine Avant-Monster. »This goes out to all those dreamers of dreams«, um dann einen draufzusetzen: »I wanna hear you scream!« (Like a butterfly?)

Zur Einstimmung sei die Videoversion von »Mad Girls Love Song« (auf YouTube) empfohlen. Das erleichtert einem den Zugang zu Minervas glücklicherweise recht eigenwilligem Utopia.