Anika © Sven Gutjahr

TransCentury Update: Programm und Ticketverlosung

In Leipzig findet von 18. bis 21. November 2021 erneut das TransCentury Update statt. Dank vielfältigem Line-up, u. a. mit Anika, Felix Kubin und Automatic, entsteht eine viertägige, äußerst facettenreiche Veranstaltung.

Das TransCentury Update ist eines der wichtigsten Festivals, wenn nicht das essenziellste, in Ostdeutschland. Allein dass Anika, deren Album »Change« garantiert in vielen Jahresbestenlisten ganz vorne rangieren wird, verpflichtet wurde, macht Freude. Das Warm-up-Special mit Black Country, New Road am 11. November fungiert als Startrampe, das Festival selbst findet von 18. bis 21. November 2021 statt. Ein Überblick mit vielen Neuentdeckungen, der einen Festivalbesuch anregen sollte, sowie einer Gewinnchance für 1 x 2 Tickets.

Donnerstag, 18. November 2021

Das offizielle Festival beginnt mit einer Hommage an Marie Losier, die mit ihren zahlreichen filmischen Portraits von Stars der Außenseiterkunst seit Jahrzehnten die wichtigsten Orte bespielt. Sie zeigen Künstler*innen der Avantgarde, menschlich und musikalisch, wie sie Grenzen überschreiten und neu definieren. An drei Abenden sind Arbeiten von ihr zu sehen, gemeinsam mit Felix Kubin wird sie in einem Gespräch selbst anwesend sein. Letzterer ist am Abend bei der Vertonung eines obskuren Stummfilms zu erleben.

Freitag, 19. November 2021

Der Freitag bietet Raum für aktuelle, junge Künstler*innen. Da wäre Anika, die auf Sacred Bones ihre persönliche Interpretation von Post-Punk und Art-Pop veröffentlichte, mit dem klagenden Gesang und der düsteren Stimmung. Ihr neues Album »Change« hat dann aber tatsächlich einem Funken Optimismus in ihre Diskographie Einlass gewährt. Der junge P.A. Hülsenbeck ist, was das TransCentury angeht, ein alter Hase. Dieses Mal wird er mit Sin Madita, der eigentlich für Ambient-Veröffentlichungen steht, gemeinsam schroff-chaotischen, aber auch harmonischen, wunderschönen Avant-Pop zaubern. Das Quartett Vanishing Twins bereitet dem Publikum in Form von retro-futuristischem Pop eine melodiöse Erleichterung in Zeiten der globalen Krise.

Samstag, 20. November 2021

Der Samstag ist voll. Automatic aus den USA machen sowas wie Neu! oder Suicide. Gitarren gibt es also nicht, was allerdings bekanntlich nicht bedeutet, dass es nicht harsch, laut und intensiv zugehen darf. Die international gefeierte Mabe Fratti aus Guatemala hat sich nebst ihrem Cello, der Stimme und ihrem Synthesizer noch zwei Extramusiker ergattert und tritt im Trio auf. Kaum zu beschreiben und noch weniger einordenbar ist die Musik von Omni Selassi. Weitere Versuche bleiben erspart, intensive Hörerfahrung aber versichert. Beim Robocobra Quartett aus Großbritannien treffen Fugazi und Charles Mingus aufeinander, bei ihrem Debütauftritt in Leipzig werden sie unter Beweis stellen müssen, ob das auch so funktioniert. Und Shreddy aus Leipzig legt auf. Rock, was sonst. An der Wand zu sehen: »The Ballad of Genesis and Lady Jaye« (USA, F 2011) und »Papal Broken Dance« (USA 2008).

Automatic © Logan White

Sonntag, 21. November 2021

Alle Jahre wieder gibt das Team des Festivals ein Update des derzeitigen Musikgeschehens. Was nicht heißt, dass ihr Programm bloß Akteur*innen aktueller Neuerscheinungen enthält. Man kann sagen: im Gegenteil. Wesentlichen Drive erhält das TransCentury durch Künstler*innen und Projekte, die quasi wie eine Flaschenpost durch die Zeit gereist sind, erst später gefunden, wertgeschätzt wurden oder werden konnten. Und denen wird dann die Bühne geboten. Wie zum Beispiel vor ein paar Jahren Beverly Glenn-Copeland, die ohne das Zutun von engagierten Musikarbeiter*innen und Fans wohl gänzlich in Vergessenheit geraten wäre. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist wesentlich, denn sie spielt eine wichtige Rolle zum Verständnis späterer Arbeiten zum einen, zum anderen ist sie neben der Inspiration für junge Künstler*innen noch immer auch für Überraschungen gut.

Ein Höhepunkt: Das Kollektiv Koerper interpretiert den Kult-Klassiker und in keiner hippen Ambient-LP-Sammlung fehlenden »Plantasia« von Mort Garson. Statt seichtem Gemooge darf man die wilde Interpretation einer Math-Rock-Band erwarten. Jan Jelinek beispielsweise spielt mit dem Topos der fast verlorenen und quasi wiedergefundenen, geretteten Kunst einer Outsider-Figur. Er gibt deshalb die Musik von Ursula Bogner zum Besten, einer bereits verstorbenen Chemikerin und Musikerin aus Deutschland, über die bloß wenige Informationen bekannt sind, deren Figur aber gerade deshalb mit einer Aura des Skurrilen behaftet ist. Christoph Dallach, Autor des Buches »Future Sounds – Wie ein paar Krautrocker die Popwelt revolutionierten«, wird gemeinsam mit dem Musiker und Komponisten Andreas Dorau (der schon mal Blümchen remixt hat) über das Buch und alles, was damit zusammenhängt, in einer Lese-Show referieren. Es werden Filme gezeigt und Platten gespielt, Mythen erklärt und aufgelöst.

1 x 2 Tickets gewinnen

Wer Lust aufs Festival hat, kann sich Festivaltickets oder Tageskarten besorgen – oder mit etwas Glück gewinnen. Dazu bitte bis Sonntag, 14. November 2021, 23:59 Uhr eine E-Mail mit deinem Namen an gewinnspiel@skug.at schicken und diese Frage beantworten: Welcher Musiker hat wesentlich dazu beigetragen, dass Anika ihren Beruf als Journalistin aufgab? Die Gewinner*innen werden per Los ermittelt und per E-Mail verständigt. Die Tickets werden vor Ort hinterlegt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, die Barablöse ist nicht möglich. Viel Glück!

Nachtrag 12.11.2021: Das Transcentury Update 2021 wurde leider abgesagt, wir müssen das Gewinnspiel daher ohne Verlosung abbrechen.

Link: http://www.transcenturyupdate.com/